Als Freiwilliger nach Argentinien

Bild_1Sebastian suchte im November 2009 das Gespräch mit mir, der Sozialdiakonischen Jugendmitarbeiterin im Kirchenbezirk. Er wollte wissen, was er nach dem Schulabschluss machen kann

, wenn er nicht gleich mit Ausbildung oder Studium beginnen will, sondern sich für andere einsetzen und dabei etwas von der Welt außerhalb unseres Kirchenbezirkes sehen kann.

Seit dem ersten Gespräch und den ersten Ideen ist etwas Zeit vergangen, jetzt wird er sich Ende August auf den Weg nach Argentinien machen. Lest hier, was ihn erwartet und wie ihr ihn unterstützen könnt:

Heike: Sebastian, du hast im Juni deine Schule beendet. Wie geht es für dich jetzt weiter?

Sebastian: Ab Ende August 2010 werde ich im Land des Tangos, Rindfleischs und Fußballs einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst absolvieren. - Ich gehe nach Argentinien.

Heike: Wo wirst du genau sein?

Sebastian: Ich werde im Projekt Dar.Lo.Cab für ein Jahr arbeiten. Es richtet sich an die Kinder aus den Armenvierteln San Salvador de Jujuys, die hochgradig gefährdet sind auf den Straßen zu landen und kriminell zu werden. San Salvador de Jujuy liegt in der Provinz Jujuy im Nordwesten Argentiniens. Sie grenzt an Chile und Bolivien und ist eine der ärmsten Regionen des Landes. Gleichzeitig kann man in ihr den Einfluss der Ureinwohner wesentlich stärker spüren als bspw. in Patagonien, denn der Anteil der Indianer an der argentinischen Bevölkerung liegt bei unter 20 Prozent. Diese wenigen Ureinwohner konzentrieren sich zum größten Teil im Norden Argentiniens.

Heike: Für was setzt sich das Projekt ein?

Sebastian: Das Projekt Dar.Lo.Cab wurde von einer Geschäftsfrau gegründet, deren einziger Sohn von einem Straßenkind wegen ein paar Pesos umgebracht wurde. Doch anstatt zu verbittern und die Straßenkinder für diese Tat zu hassen fragte sie sich, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Warum wurde in Sozialprojekten nicht präventiv gearbeitet um zu verhindern, dass Kinder auf der Straße landen und dort kriminell werden müssen um ihr Überleben zu sichern?
Auf dem Weg der Bildung und sinnvollen Freizeitgestaltung sollen die Kinder vor Drogen, Degeneration und Kriminalität geschützt werden.

Heike: Was werden deine Aufgaben innerhalb des Projektes sein?

Sebastian: Meine Aufgabe als Freiwilliger wird es sein die Kinder zu betreuen, ihnen bei der Erledigung der Hausaufgaben zu helfen, Nachhilfe zu geben und in der Freizeit verschiedene Workshops anzubieten, wie Bastel-, Hygiene- und Theaterworkshops. Außerdem werden wir in der Stadt eine Schule für Taubstumme aus mittellosen Familien mit unserer Arbeit unterstützen.

 Heike: Argentinien liegt nicht gerade um die Ecke. Wie kommt es, dass du dich in diesem Projekt engagieren kannst?

Sebastian: Dieser Einsatz wird mir durch die Weltweite Initiative für Soziales Engagement e.V. ermöglicht. Die Initiative ist ein kleiner, gemeinnütziger Verein, der über Freiwilligendienste das wechselseitige Lernen nach dem Motto: „miteinander leben, voneinander lernen“ für Jugendliche ermöglichen möchte. Sie entsendet Jugendliche in basisnahe, von Einheimischen geleitete Projekte in Lateinamerika, Südafrika und in Israel und Palästina. Wir arbeiten z.B. in Fortaleza (Brasilien) mit Straßenkindern, unterstützen die Arbeit im SOS-Kinderdorf in Bethlehem, arbeiten im Willy-Brandt-Zentrum in Jerusalem mit, betreiben in Cobán (Guatemala) Alphabetisierung auf einer Müllhalde und vieles mehr.

Heike: Du wirst viele neue Erfahrungen machen. Wie können wir dich und deine Arbeit von hier aus unterstützen?

Sebastian: Um diese wichtige Friedensarbeit zu ermöglichen ist der Verein auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Daher möchte ich euch bitten die Weltweite Initiative zu unterstützen. Schließt die Kinder und Jugendlichen in Jujuy und auch mich in eure Gebete mit ein.

Heike: Du wirst während der Zeit freiwillig arbeiten, das heißt, du bekommst kein Gehalt für deine Arbeit. Trotzdem entstehen für die Organisation, mit der du entsendet wirst, mit jedem Freiwilligendienst sehr hohe Kosten. Woher nimmt die Organisation das Geld?


Sebastian: Ein Teil der Kosten wird über das weltwärts-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. Den Rest der Kosten muss der Verein aus eigenen Mitteln finanzieren. Allerdings entsendet der Verein Jugendliche nicht nur auf von weltwärts geförderte Stellen: Die Projektarbeit in Israel, Palästina, Guatemala und Argentinien wird nicht gefördert, da eine Reisewarnung für diese Gebiete besteht bzw. kein Freiwilligenvisum über ein Jahr erhältlich ist. Diese Projekte will der Verein jedoch nicht aufgeben. Zusätzlich wurden die Mittel für bereits eingeplante und vergebene Stellen vom Bundesministerium gestrichen.

Heike: Was bringt es, die Projekte im entwicklungspolitischen Freiwilligendienst finanziell durch eine Spende zu unterstützen?

Sebastian: Eure Spenden fließen in jedem Falle zu 100% in ein von der Initiative unterstütztes Projekt. Ihr könnt euch über die Projekte bei mir, oder im Internet (www.weltweite-initiative.de und www.wortwechsel-weltweit.de (die sehr lesenswerte Freiwilligenzeitung)) informieren.

Heike: Ein letzter Gedanke?

Sebastian: Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch für das Projekt interessiert. Wenn ihr Lust an Erfahrungsberichten aus San Salvador de Jujuy habt, schickt mir einfach eine Mail : sebastianpreissler (at)googlemail.com

Ich würde mich sehr freuen!

 

Falls ihr Sebastians Arbeit in Argentinien mit einer Spende unterstützen wollt:

Weltweite Initiative für soziales Engagement e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

Konto: 861 1300

BLZ: 550 20 500

Betreff: "Spende 76053"

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben von: Heike Gruhlke
Donnerstag, den 24. Juni 2010 um 17:23 Uhr